Fische im Berufsleben
Bei diesem Zeichen handelt es sich um das „wässrigste” der drei Wasserzeichen. Wenn wir von den Dingen ausgehen, mit denen sich Menschen dieses Zeichens beruflich betätigen sollen, so gehört hierher die Seefahrt. Diesem Zeichen untersteht das gesamte Fischereiwesen, aber auch die Marine. Der Fisch wird im Allgemeinen eine glückliche Hand in der Getränkeindustrie, als Gastwirt oder Spirituosenhändler haben. Hier könnte er freilich leicht in Teufels Küche geraten, wenn er seinen Hang zum Genuss von Alkoholika nicht unter Kontrolle hat. Ein solcher Beruf kann also leicht eine Gratwanderung darstellen. Er fühlt sich genauso auch zur Beschäftigung mit allen anderen Drogen hingezogen, und hier besteht genau die gleiche Gefahr.
Es ist für ihn wirklich ausgesprochen schwer, bei seinen Idealberufen nicht mit verfänglichen oder verführerischen Substanzen in Berührung zu kommen. Tätigkeiten im Krankenhausbereich sind ihm sehr wesensgemäß, sei es als Arzt, als Pfleger oder Assistent. Ihm wären auch Berufe auf den Leib geschrieben, die aufopfernde Pflege, Dienst am Menschen verlangen. Und auch hier werden wir wieder mit dem Problem der Ambivalenz und Grenzüberschreitung konfrontiert. Denn es gäbe wohl nichts Entsprechenderes für den Fisch, um als Arzt oder Pfleger in einem Altenheim oder in einer psychiatrischen Klinik tätig zu sein – und dennoch lauert auch hier immer die Gefahr des Missbrauchs der eigenen Kompetenzen.
Dass Fische ihre lustigen Seiten haben, kann man auch bei der Erörterung ihrer Idealberufe nicht übergehen. Es ist ein rechter Glücksfall, wenn sie zu ihrer angeborenen musischen Fähigkeit noch konkrete künstlerische Talente besitzen. Fischhaft sind die verschwimmenden und doch ungemein transparenten Strukturen der Musik von Frederic Chopin und geniale Konzeptionen wie die Relativitätstheorie von Albert Einstein. Kunst und Religion haben gemeinsame Wurzeln. Daher sind Fische-Priester oft die besten und typischsten ihres Standes.
Macht- und Parteipolitik ist allerdings nicht die Domäne dieses Zeichens. Wenn es diese Menschen in die politische Arena verschlägt, so erleben wir oft Schicksale, die an ein antikes Trauerspiel erinnern. Es entspricht der verinnerlichten und vergeistigten Grundbefindlichkeit ganz und gar nicht, ständig kühlen Kopf bewahren zu müssen, Realpolitik zu betreiben, nüchtern die Kunst des Möglichen zu praktizieren.
Der Fisch wird jeden Beruf, den er ergreift, in seiner ganz spezifischen Art auffassen und ausüben. Im Allgemeinen drängt er nicht zur Selbstständigkeit. Er kann sich vielfach sehr gut mit untergeordneten Tätigkeiten abfinden, besonders wenn diese auch einen direkten Dienst am Mitmenschen bedeuten. Der Fisch wird kaum anecken, sondern schwimmt durch die Schwierigkeiten hindurch, als wären es keine, oder er gleitet elegant an den Klippen vorbei. Man muss seinem Hang zum schöpferischen Chaos unbedingt Rechnung tragen. Es hat einfach keinen Sinn, ihn ständig zu Ordnung und Disziplin zu ermahnen. Es wäre auch sinnlos, von den sanften und nachgiebigen Exemplaren mehr Härte im Auftreten und Durchsetzungsvermögen zu fordern. Die Stärke dieser Fische liegt meist gerade in ihrer verträglichen und bescheidenen Art, in ihrem bisweilen etwas skurrilen Humor und durchaus vielfach in ausgezeichneten fachlichen Qualifikationen, die jedoch nach eigenen Rhythmen und Stimmungen eingesetzt werden.
Nur wenn er sich fühlt „wie der Fisch im Wasser”, erbringt er Höchstleistung, dann ist der Fisch unbegrenzt einsatzfähig. Ein Fisch in leitender Stellung kann ein sehr verständnisvoller und milder Chef sein. Es kommt jedoch sehr darauf an, dass er in einer richtigen „Fische-Branche” tätig ist, wie wir sie oben beschrieben haben. In nicht artgemäßen Geschäftsbereichen wird er seiner Natur ebenfalls durch Intrigieren und Fallenstellen -diesmal von oben – Genüge tun wollen, und das kann dann zu ähnlichen Erscheinungen führen wie beim Fisch in der Politik.